Gemüsebeet

„Vom  Charme des Zufälligen“

 

In vollsonniger Lage befindet sich mittig des hinteren Gartenbereichs als eigenständige Terrasse das Gemüsebeet.

 

Nun liegt es nahe, das man hier ausschließlich Gemüse vermutet.
Die Wirklichkeit ist, dass hier ein immerwährender Kampf zwischen Gemüse und Blumen stattfindet. Teils durch Zufallssämlinge, teils durch den Einzug von Neuankömmlingen, sind die Plätze hier sehr begehrt. Mal dominiert das Gemüse, dann wieder die Jungpflanzen der Stauden, ein- und zweijährigen Blumen und die zufälligen Sämlingspflanzen.

 

Mittig des Beetes wachsen z.Zt. eigene, aus Saat kultivierte sechsjährige Ritterspornpflanzen (Delphinium elatum `Misty Mauves´). Es ist ein echtes High-Light, wenn diese blühen. Diese Sorte besitzt gerüschte, perlmutt-schimmernde halbgefüllte Blüten in unterschiedlichen Mauve-Tönen. Sie hat sich als gut schneckenresistent bewiesen. Diese Sorte ist recht standfest, benötigt aber dennoch im Erwachsenenalter Stützen.

2010 sind weitere selbst kultivierte Delphinium elatum `Purple Passion´hinzugekommen. Zudem sind in diesem Beet sehr viele Zufallssämlinge von anderen Pflanzen vertreten und dürfen dort, wo sie nicht stören, stehen bleiben. Sie stellen Pflanzenkombinationen her, auf die ich im Traum nicht gekommen wäre.

 

 

Dieses wirkt alles sehr ungezwungen und hat seinen ganz eigenen Charme. Den Ton geben im Spätsommer Verbena bonariensis und Verbena hastata in ihren verschiedenen Farben an. Perfekt wird das Bild durch den Besuch zahlreicher Schmetterlinge und Hummeln.

 

 

                    

 

Zum geschwungenem Akazienweg hin wird das Gemüsebeet mit einer Kräuterhecke aus Lavendel augustifolia und dem rotblättrigen Salbei (Salvia offizinales `Purpurascens´) abgegrenzt.

Diese Pflanzenkombination ist optisch sehr ansprechend und gleichzeitig ein sehr schöner Duftweg.

Im Februar 2012 sind die Pflanzen leider ausgefroren. Daraufhin habe ich die Kräuterhecke durch Thymus x citriodorus `Silver Queen´ersetzt. Dieser Thymian verbreitet einen herrlichen Zitronenduft.

 

 

Zwei Obelisken, die Höhe in das Beet bringen, werden jedes Jahr unterschiedlich bepflanzt. In diesem Jahr (2010) ist der eine Obelisk mit gelben Kletterbohnen bepflanzt, der andere mit einjährigen Duftwicken (Lathyrus odoratus `Royal Lavendel´, `Royal Scharlach´, `Royal Frischrosa´, `Royal Weiß´), eine sehr schöne heitere Farbkombination.

Die Zufallssämlinge, die im Gemüsebeet nicht stehen bleiben können, verwende ich gerne in den übrigen Beeten um Lücken zu schließen. Dadurch habe ich einen beständigen Blütenflor und jedes Jahr wieder andere farbliche Pflanzenkombination in den Beeten. So bleibt auch für mich die eigene Spannung in meinem Garten erhalten.

Ein Schottischer Liebstöckel Mutterwurz (Ligusticum scoticum) ist prächtig herangewachsen und ist die die älteste Pflanze im Beet. Sie ist eine Verwandte des `Maggikrauts´, nur sehr viel zarter im Geschmack und deshalb in der Küche auch vielseitiger einsetzbar. Diese Pflanze wächst an Schottlands Küsten und diese Art hat weiße Dolden, purpurfarbene Stiele und glänzend dunkelgrünes attraktives Laub.

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Das Paradies liegt nicht auf Erden,

aber Stückchen davon sind wohl vorhanden.

(J. Renard, franz. Schrifttsteller, 1864-1910)