Meine persönliche Pflanze des Jahres 2014

         

Wilde Karde - Dipsacus fullonum

           

 

Wilde Karde - Knospe

            

             

Wilde Karde - Blüte

 

Die Karde gehört zu den Heilpflanzen, wobei hier die Wurzel Verwendung findet.

Sie sieht aus wie eine Distel, ist aber keine, sie bildet eine eigene Pflanzenfamilie, die der Geißblattgewächse, Caprifoliaceae.

Hier wiederum gehört sie zu der Unterfamilie der Kardengewächse.

Die zweijährige Pflanze wächst gerne auf steinigem Grund, an Ufern, auf Weiden, Überschwemmungsflächen und frischen Erdaufschüttungen. 

Dipsacus kommt von dem griechischen Wort Dipsa und bedeutet soviel wie Durst. In den kelchartigen Blattachseln der Pflanze sammelt sich Wasser. Diese kleinen Wassersammelbecken bilden eine natürliche Trinkquelle für Singvögel und anderes Getier. Früher glaubte man, dass Mädchen, die sich mit diesem Wasser wuschen, besonders hübsch wurden.

Die Fruchtstände der Karde wurden von den Webern zum Kämmen ungesponnener Wolle verwendet, um diese anschließend besser spinnen zu können. Auch zum Aufrauhen und dadurch Abdichten von fertig gewebten Tuch setzte man die Karde ein.

Sie blüht von Juli bis August und ist ein Magnet für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge. Die zweijährige Pflanze kann an einem idealen sonnigen Standort bis zu 200cm hoch werden. Sie ist standfest. Vermehrung durch Selbstaussaat.

Ich schätze sie wegen ihrer bizarren und grazilen Form, sie setzt einen Blickfang ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

 

 

 

Wilde Karde - Jungpflanzen

Hier hat sich die wilde Karde ausgesät. Diese Jungpflanzen vereinzel ich und setze sie gleich an ihren endgültigen Standort, oder, wenn ich noch keine Lücke in der Rabatte habe, pflanze ich sie in Töpfe. 

Die Töpfe sollten großzügig bemessen sein, da die Pflanze mehrere fingerdicke Wurzeln bildet.

 

Im Volksmund wird die Pflanze auch als Wollkarde, Raukarde, Tuchkarde, Kardendistel, Kardel und Zisternenpflanze bezeichnet.